Konstruktiver Journalismus

Journalismus positiv: Neue Studie zu “Constructive Journalism”

Ein Gutes hat die Debatte um Fake News und die Rolle des “objektiven Journalismus” für unsere Gesellschaft heute: Einige Medien machen sich in kritischen Berichten auf die Suche nach Alternativen und konstruktiven Lösungen in Rahmen ihrer kritischen Berichterstattung zu einem Thema. 

Der Studiengang Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolsstadt, vor allem ihr engagierter Professor Klaus Meier, verfolgen den Trend seit längerem. Jetzt gibt es in Kooperation mit dem evangelischen Magazin Chrismon ein Forschungsprojekt dazu, in dessen Fragestellung Meier in einem Artikel zusammenfasst.

Danach verfolgt Journalismus, der konstruktive Lösungen zu kritisch beleuchteten Problemen mitrecherchiert, mehrere Ziele:

  • Besseres Gefühl: Wer konstruktive Berichte liest, sieht oder hört, soll sich danach besser fühlen und Hoffnung spüren. Das Ziel: Einer negativen Weltsicht entgegenwirken.
  • Bessere Bindung: Medien können so ihr Publikum besser binden: Konstruktiver Journalismus soll als hilfreich wahrgenommen werden
  • Bessere Perspektiven: Die recherchierten Lösungsangebote eröffnen Alternativen für alle Akteure in der Gesellschaft.

Für die Studie entwickelte die Forschungsgruppe eine Nachricht und eine Reportage in zweifacher Ausführung, und zwar in einer konstruktiven und nicht-konstruktiven Fassung. Die jeweilige Wirkung fragten sie bei Leserinnen und Lesern im direkten Interview ab.

Eines der Ergebnisse: Die Leserinnen und Leser vermissen in klassischen Beiträgen nicht unbedingt einen konstruktiven Ansatz.

“Die Leser fühlen sich nach dem konstruktiven Beitrag emotional, fröhlich und zum Teil auch weniger deprimiert, aber nicht besser informiert, und sie haben kein größeres Interesse am dargestellten Thema.” (Klaus Meier)


Dennoch empfiehlt Meier den Medien eine Auseinandersetzung mit konstruktiven Ansätzen in der journalistischen Praxis. Er sieht aber auch: Konstruktive Beiträge benötigen Zeit, Personal und ausreichend Platz für die Veröffentlichung. Denn das fand die Studie auch heraus: Dass sich eher längere Darstellungsformen wie Feature oder Reportagen für Konstruktiven Journalismus eigenen.


 

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